LOT / DORDOGNE Mai ´05

LOT / DORDOGNE Mai ´05

Nach meiner Babypause war es endlich wieder einmal soweit, in den Süden Frankreichs aufzubrechen. Ursprünglich wollten wir im Grüppchen, bestehend aus 5 – 6 Personen, anreisen, aber leider mußten fast alle kurzfristig aus meist beruflichen Gründen die Segel streichen. Übrig blieb dann wenigstens mein Freund Andi aus Berlin. Und für unser bißchen Tauchkram genügte dann ein T4 völlig!
Gegen 17Uhr fuhr ich nach Berlin, wo wir in knapp 3h alles im Wagen verstauten. Kurz nach 20Uhr begann die lange Reise in eine der traumhaftesten Gegenden Europas. Über Nacht zu reisen, erschien uns die stressfreieste und schnellste Möglichkeit. Teilweise behielten wir damit Recht. Leider war uns der Wettergott in den ersten Nachtstunden nicht wohl gesonnen. Es regnete bis Mitternacht sehr stark! Danach hörte es auf und blieb dann auch trocken.
Außer einer Verzettelung in Paris, die uns eine Stunde kostete, lief alles glatt, sodass unser Zielort, der Campground „Le Moulin Vieux“ nahe Brengues, gegen 11Uhr des kommenden Tages in Sicht kam. Ich hatte dort vorab bereits einen Bungalow mit Küche, Dusche und WC gebucht.
Eigentlich wollte ich sofort nach dem Ausladen einen Checktauchgang machen, doch wir schafften es nur noch, unsere Rückengeräte zusammenzuschrauben. Danach fielen wir komatös in die Betten. Gegen 16Uhr kehrte ein wenig Leben in uns zurück und wir brachen zur nahegelegenen „Emergence du Ressel“ auf. Dafür, dass es Sonntag und Pfingsten war, stellte sich uns die dortige Lage als äußerst ruhig dar. Wir waren allein;-)
Zwei Scooter, zwei Stages und die Doppel-12 mußten zum Fluss hinab und erleichterte Mienen traten ein, als wir endlich im Fluss lagen. Die Céle bewegte sich kaum. Auf den Trigger und schon surrten die Motoren los. Der Eingang erschien erst beim zweiten Versuch, da der Fluss sehr trüb war. Die Sichtbedingungen im Innern waren dann recht ansprechend mit ca. 15m. Unsere Scooter zogen uns zügig in die Höhle hinein. Mit einigen Abstechern kamen wir nach 15min. an den 400m vom Ausgang liegenden Schacht. Noch ein bißchen geschaut u. dann zurück an´s Tageslicht. Ehe alles im Auto lag, war es 20Uhr. Noch ein Süppchen eingeschoben und dann endlich Feierabend mit Ausschlafen;-)
Der folgende Tag verlief dann eher im Zeitlupentempo. Nur nicht zu schnell bewegen getreu unser´m Motto: „Einfach nur so sitzen…;-)))“
Einige bekannte und unbekannte Höhlen wurden angefahren, um die Bedingungen abzuchecken. Erst gegen 16Uhr fassten Andi und ich den Entschluss, noch tauchen zu gehen. An der Landenouze trafen wir auf einen Trupp Sachsen, welche uns (mit Ausnahme des Gwoodnschdroohgs; sorry Lutz) bestens bekannt sind. Dirk, Olaf und Lutz hatten ihr Tagessoll bereits erfüllt, kamen aber trotzdem noch zum Schnacken mit an die mehrere Kilometer entfernt gelegene „Saut de la Mounine“. Die Höhle erwies sich im Vergleich zum letzten Besuch zwei Jahre zuvor als blanke Enttäuschung! Beim Eintauchen trat absolut keine Sichtverbesserung ein. Und mit höchstens einem Meter läßt sich nicht wirklich viel anfangen. Also brachen wir ab und kehrten 10min. später an die Oberfläche des Flusses „LOT“ zurück. Entmutigen ließ ich mich davon aber keineswegs. Es standen uns ja noch genügend andere Höhlen zur Verfügung!
Am folgenden Tag fuhr ich mit meinem Freund zur „Fontaine de St Georges“. Der Quellteich ist gerade einmal 20m vom Parkplatz entfernt. An Equipment nahmen wir diesmal einen dritten Scooter als Backup mit, denn unser Plan sah einen Vorstoss bis zur Auftauchstelle hinter Siphon 2 vor, ca. 800m weit entfernt. Die Gaslogistik war so gewählt, das Rückengerät nur im Notfall anzufassen und während des gesamten Tauchganges aus zwei Stages zu atmen. Eine dritte mit Sauerstoff verblieb im Eingang auf 6m Tiefe.
Nachdem alles angelegt war (Andi nahm den Backup-Scooter in Schlepp), begann der TG mit dem Abtauchen durch die recht flache Eingangspassage. In 30m Tiefe endet das flache Profil und öffnet sich zu einem sehr geräumigen, 7 – 10m großen Gang. Die Sicht wollte kaum mehr als 5 – 7m betragen. Auf den folgenden knapp 400m bewegte der Gang sich schnell in flachere Gefilde um die 8 – 12m. Nach etwa 15min. erreichten wir die Auftauchstelle hinter S1, ließen sie aber unbeachtet rechts liegen und machten uns gleich auf den Weg in S2. Zu Beginn war erst eine Engstelle zu überwinden. Dazu mußten 2 Scooter durchgereicht werden. Der dritte blieb wie jeweils eine unserer zuvor knapp halb leer geatmeten Stages an der Hauptleine zurück.
Noch einmal vergingen etwa 12min. gemütlichen Scooterns im weiterhin meist geräumigen Gang, bis die zweite Auftauchstelle erreicht war. Nach einem kurzen Gespräch kehrten wir um. Hinter der Restriction kurz die Stages u. Scooter eingehängt und weiter bis zum Ausgang. Nach langsamem Aufstieg und Sauerstoffdeko auf 6m erreichten wir 70min. später die Oberfläche. Das Wiedereinladen der Ausrüstung dauerte nicht allzu lang dank Andi´s umfunktionierter Trageschale.
Es blieb noch Zeit für einen kurzen Besuch in der „Fontaine du Truffe“. Allerdings diesmal mit kleinem Gerät (Doppel-7) und Nasstauchanzug. Die Wahl erwies sich als goldrichtig, denn am Eingang trafen wir wieder auf unsere sächsischen Freunde, die gerade dem Quellteich entstiegen waren und relativ braune Brühe darin hinterlassen hatten! Der Grund dafür wurde mir beim Abtauchen sehr schnell deutlich vor Augen geführt. Die Sicht war so schlecht, dass der Eingang nur mit Mühe gefunden wurde. Und dort hatte sich soviel Gestein angesammelt, dass wir beiden arge Mühe hatten, hindurchzuschlüpfen. Die Mühe lohnte aber, denn hinter der Engstelle klarte die Sicht schlagartig auf wenigstens 40m auf!! Der Weg führte Andi und mich durch die ersten zwei Siphone. Wegen des leicht höheren Wasserstandes konnte die Auftauchstelle zwischen den Siphonen schwimmend passiert werden. Am Ende von S2 war Andi dann ziemlich frisch, sodass wir dort umkehrten. Zurück am Ausgang entdeckte ich zwei Goldfische! Anscheinend wollte da wohl jemand seine Gartenteichfische entsorgen;-))

Der nächste Tag bescherte uns einen fantastischen Trimix-TG im tiefen Teil der Ressel. Es war geplant, 600 – 700m weit in die Höhle vorzudringen. Das Equipment bestand aus 3 Scootern, Doppel-18 bzw. Doppel-15 mit TMX 18/45 für den tiefen Teil und drei Stages (O2, EAN50, 35/30) für Deco- bzw. Travelgase. Die Plackerei mit dem ganzen Zeug den Hang hinunter zur Einstiegsstelle in der Céle war brutal bei gut 25°C im Schatten. So nahmen Vor- und Nachbereitung auch fast den gesamten Tag in Anspruch.
Endlich mit allem Kram im Wasser kam beim Hineingleiten etwas Verärgerung auf, keine Kamera mitgenommen zu haben, denn die Sichtverhältnisse hatten sich binnen zwei Tagen erheblich verbessert (ca. 30m!). Im Eingang legten wir die Sauerstoff-Stages ab, kontrollierten, ob sie verschlossen sind und fuhren dann tiefer hinein. Bei etwa 350m in 21m Tiefe wurde die nächste Stage deponiert, welche EAN50 enthielt. Es ging nun einen Absatz tiefer auf etwa 30m. Ein Stück weiter kam der Schacht in die tiefe Section in Sicht. Am Rand kurze Kommunikation zwecks OK, dann ließ ich mich hinabsinken bis auf -44m. Von nun an traten unsere Scooter wieder in Aktion und zogen meinen Tauchpartner und mich meist nebeneinander tiefer in das System hinein. Die Höhle ändert ihr Aussehen hier deutlich. Keine schweren, aus der Decke herausgebrochenen Gesteinsplatten säumen mehr den Weg. Die Wände gleichen an vielen Punkten Material, welches unter dem Einfluss von Säure gerade im Begriff ist, sich aufzulösen. Völlig zerfressen und scharfkantig. Unsere Hauptleine schlängelt sich unter uns auf dem Boden entlang. Nach etwas über 5min. lasse ich den Trigger los. Wir stoppen. Eine Überprüfung meines Bottomtimers zeigt mir eine Tiefe von -50m an. Wir sind an diesem Punkt über 600m weit in der Ressel. Für den heutigen Tag genügt mir das völlig! Andi gibt das Umkehrzeichen und ich bestätige mit OK! Die Scooter brummen wieder an und ziehen uns zurück gen Schacht. Nach langsamem Aufstieg kommen unsere Stages in Reichweite. Sie werden zügig aufgenommen, dann erfolgt der Gaswechsel. Das restliche Profil der Höhle ist ideal für die anstehende Deco, da es zum Ausgang hin unentwegt sachte ansteigt! Wir müssen also nicht an einem Punkt verweilen, sondern können in langsamer Fahrt zum Ausgang zurückschweben.
Bald wird er sichtbar, Tageslicht dringt in´s Dunkel vor. Dort erwartet uns das letzte Decogas. Wir wechseln noch einmal und verweilen weitere 10min. in 6m Tiefe. Nach über 70 Minuten kann ich endlich zur Oberfläche aufsteigen und meine Erlebnisse mit meinem Tauchpartner austauschen.
Ein großer Traum, den ich mir bis heute nie erfüllen konnte, war schon immer, einmal die Traverse von der „Gouffre de Cabouy“ zur 900m entfernt gelegenen „Poumayssen“ zu überwinden. Leider scheiterte dieses Vorhaben in den vergangegen Jahren immer wieder an der fehlenden Ausrüstung. Bis heute;-))
Das benötigte Equipment, 3 Scooter, Doppel-12, und je 3 Stages luden wir noch am Abend zuvor ein, damit am Morgen darauf pünktlich gestartet werden konnte. Die Höhle liegt über eine Autostunde vom Campground entfernt und wir wollten noch ein wenig die kühle Morgenluft nutzen beim Geschleppe. Andi war die Cabouy gänzlich unbekannt und er wußte wohl auch nicht so richtig, worauf er sich einlässt.
Das Material lag schnell im großen, mit vielen Wasserpflanzen bedeckten Quellteich. Nach einer ausgedehnten Pause legten wir alles an und tauchten ab. Diesmal hatte ich die Aufgabe, den Backup-Scooter mitzuziehen. Wiederum sollte nur aus Stages geatmet werden.
Der Eingangsbereich ist teils sehr flach, doch dahinter öffnet sich ein unüberschaubarer, riesiger Gang mit Maßen von 8 x 12m. Bei einer eher bescheidenen Sicht um die 6 – 8m unmöglich auszuleuchten. Die Motoren brummten leise vor sich hin, während Umrisse der Höhlenwände an uns vorbeizogen. Auf der Hälfte der Strecke gab ich das Zeichen, die bis dato benutzte Stage an der Hauptleine abzulegen. Nach dem Wechsel auf die zweite 80Cbf-Flasche fuhren wir weiter. Dummerweise merkte ich erst an einem undefinierbaren ´T´, dass sowohl mein Freund als auch ich vergessen hatten, Richtungspfeile mitzunehmen. Uns blieb nichts weiter übrig, als 150m vor der Auftauchstelle umzukehren. Aber so schnell gab ich nicht auf!
Einen Tag später standen wir an gleicher Stelle, diesmal etwas besser vorbereitet! Am Punkt des vortägigen Scheitern´s angekommen, befestigte ich kurz 2 Richtungspfeile und wir tauchten weiter. Leider ist die Leinenführung in fast der gesamten Höhle oftmals sehr unübersichtlich mit mehreren parallel oder über Kreuz verlaufenden Hauptleinen.
Kurz hinter dem ´T´ mußte ich zweimal die Hauptleine flicken und weitere 3 Richtungspfeile setzen, ehe die Leine begann, welche zur Oberfläche der Poumayssen führt. Die Scooter verblieben unten an der Hauptleine. Schwaches Licht fiel in den Gang. Noch wenige Meter im stark versilteten Gang und das Ziel war erreicht!
Als ich gerade mit Andi ein wenig am Schwatzen war, kam plötzlich eine 6-köpfige Gruppe Schweizer und Österreicher um die Ecke. Sie hatten hier bereits einen TG gemacht. Einer fragte uns, wie lang denn die Durchquerung gedauert habe. Mein Freund schaute auf seinen Bottomtimer und erwiderte ganz trocken: „37min.“ Totenstille! Fairerweise sollte ich erwähnen, dass wir vergaßen, unsere 3 Scooter unten in der Höhle zu erwähnen;-))
Nach 15min. ging´s an den Rückweg. Bis auf einen Richtungspfeil sammelte ich alle wieder ein. Auf halber Strecke kamen uns Olaf, Dirk und Lutz mit genausoviel Geraffel entgegen. Sah schick aus und bei dem Licht konnte ich endlich ein wenig mehr von der Umgebung erkennen. 32min. später befanden wir uns zurück im Eingang der Cabouy. Der komplette Tauchgang dauerte etwas über 1 1/2h. Es folgte ein entspanntes Picknick mit unseren Freunden.
Am Samstag mußte die Ressel ein weiteres Mal herhalten, um ein paar schöne UW-Aufnahmen in die Finger zu bekommen. Die Sicht hatte sich nochmals verbessert! Ich will nicht übertreiben, aber zwischen 40 und 50m waren´s dann schon;-)
Obwohl das gesamte Gerödel mit dabei, ging die Aktion sehr zügig vonstatten, da es nicht so drückend heiß wie in den vergangenen Tagen war.
Am Abend gab´s ein echtes Highlight! Im Bus lagen nur die Doppel-7 nebst Nasstauchanzügen. Vor einigen Tagen hatte ich eine Höhle entdeckt, die sich leider auf Privatgrund befindet. Der glasklare Quellteich sah aber so verlockend aus, dass ich dort unbedingt rein wollte! Das Haus war verschlossen und niemand da, der hätte Auskunft geben können zwecks einer Tauchgenehmigung.
Also rein in die Anzüge, Geräte aufgeschnallt und erstmal flussaufwärts geflösselt direkt durch eine undefinierbare, stinkende Brühe. Die konnten wir aber im klaren Bach der Quelle abwaschen. Noch etwa 50m im Bach entlanggestapft und dann an den Quellteich geschlichen. Ich hatte ein Seil dabei, damit das Hinauskommen nicht in einem Krampf endet. Andi fand eine passende Befestigungsmöglichkeit, dann sprangen wir hinein. Unter uns lag klar der Eingang in Form eines Rechtecks. Ich tauchte voran. Was war denn das? Zwei parallel aneinanderliegende, auf Stützpfeilern ruhende Wasserleitungen verliefen durch den bequem betauchbaren Gang! Oh je, Wasserversorgung;-(( Na wenn wir schonmal drin sind. Ich tauchte weiter, bis die Rohre 30m später in einer gemauerten, mehrere Meter hohen Wand verschwanden. War das schon das Ende?? Nein! Ich blies das Wing ein wenig an und stieg, eine Eisenleiter passierend, bis zur Oberkante der Wand auf. Dahinter begann die ursprüngliche Höhle. Der Gang schlängelte sich nun ein wenig mit Kurven und Auf´s und Ab´s dahin. Ein Stück weiter verlor ich fast die Fassung! Eine riesige Tropfsteinsäule hing vor uns von der Decke!!! Das hatte ich bis jetzt nur in Mexico gesehen! Wir tauchten weiter, es ging bis auf -18m hinab, nach 150m wieder leicht ansteigend. Die Passage formte sich immer schmaler, die Wände sahen völlig zerfressen aus. Bei der kleinsten Berührung lösten sich Gesteinsbrocken heraus.
Von der Decke regnete es, losgelöst von den Ausatemblasen, finstere Sedimentwolken auf uns herab und schnell trübte die eben noch glasklare Sicht gespenstisch ein. Nach 160m gab ich das Umkehrzeichen und wir verließen schnellstmöglich den unwirklichen Ort. Nach 20m verbesserte sich die Sicht wieder und wir tauchten entspannt gen Ausgang. An der Tropfsteinsäule hielt ich noch einige Minuten inne, um den wunderschönen Anblick in mein Gehirn zu prägen, dann wurde es Zeit, aufzutauchen. Nach 30min. war es auch schon vorbei;-(( Und blöderweise keine UW-Kamera eingepackt! Das Hinausklettern erforderte einige Versuche, dann stahlen wir uns auf feuchten Sohlen vom Tatort. Es war mittlerweile 22Uhr! Der Abend endete dann sehr spät bei ein paar Gläsern Pastis und langen Gesprächen.
Der folgende Tag gestaltete sich dann eher weniger spektakulär. Ziel nochmals die St. Georges, um unseren letzten ausgedehnten Scooterdive abzuwickeln. Geplanter Umkehrpunkt sollte bei etwa 1000m sein. Procedures wie gehabt! Atmen nur aus Stages! Leider regnete es seit der vergangenen Nacht sehr stark! Die Céle führte bereits schlammiges Hochwasser und am Quellteich der Georges weichte der Boden immer mehr auf. Keine idealen Vorraussetzungen also. Beim Abtauchen gab´s dann ein wenig Hektik durch mehrere Schweizer Taucher, die eben von einem Ausbildungstauchgang zurückkehrten u. im schmalen Abtauchspalt üble Sicht (ohne böse Absicht natürlich) hinterlassen hatten.
Nach etwa 25min. öffnete sich über uns der kleine lufterfüllte Raum hinter S2. Der noch zur Verfügung stehende Gasvorrat in den Stages reichte nicht ganz, unser Ziel zu erreichen. So scooterten wir 100m weiter in einem Gangprofil, das zur Seite wegzukippen schien. Dann kehrten wir um. Auf halber Strecke im zweiten Siphon fing mein Stageregler plötzlich an, stark Wasser zu ziehen und innerhalb zwei Atemzügen komplett abzusaufen. Ich mußte sofort auf mein Rückengerät wechseln, verharrte einige Sekunden knapp über dem Boden und checkte den Rest der Ausrüstung. Die Stage drehte ich ab und verstaute den defekten Atemregler. Andreas wartete aufmerksam neben mir, bis ich das OK-Zeichen gab. In der Auftauchstelle hinter der Restriction schilderte ich ihm kurz, was passiert war. Draußen stellte ich dann fest, dass ein Schmutzteil unter die Membrane geraten war und so den Wassereinbruch verursacht hatte.
Genug Aufregung…
Abends fuhren wir zwei zum Abendessen in das großartige „Cafe des Touristes“ nach Marcilhac sur Céle, wo den Gästen schmackhafte, typisch frz. Küche für wenig Geld zu Tische erwartet. Es sollte unser letzter Abend vor der langen Heimreise sein.
Für den letzten Tag hatten Andreas und ich nur noch etwas Kleines geplant. Es handelte sich um die „Résurgence de Crégols“. Und das Wetter hatte sich über Nacht glücklicherweise auch zum Positiven gewandelt. Wieder bewaffnete sich jeder mit Doppel-7 und Nassanzug. Der schmale Pfad hinab zum Bachbett lag schnell hinter uns. Nun nur noch gut 20m durch´s Wasser stapfen bis zum kleinen, flachen Eingang. Der Wasserausfluss schien sehr stark zu sein, wohl hervorgerufen von den starken Regenfällen des vergangenen Tages. Das Hineingleiten gelang uns aber ohne große Probleme. Die Sichtweite war bombastisch!
Nach 20m kam ich an eine Engstelle, die direkt an der Mainline Backmount unpassierbar gewesen wäre. Aber links davon sah es so aus, als könnte ich durchschlüpfen. Sicherheitshalber versuchte ich es rückwärts. Ich kam ohne Problem hindurch und gestikulierte mit Andi, es mir gleichzutun. Dann tauchten wir ein Stück weiter. Der erste Siphon ist gerade einmal 45m kurz, hat aber eine kleine Seitenpassage, welche zum zweiten, aber unpassierbaren, Ausfluss der Crégols führt.
Am Ende des Siphon´s befindet sich eine Auftauchstelle, die im ersten Moment stark nach Versturz aussieht. Beim näheren Hinsehen entdeckte ich ein Stück Seil, welches nach oben in einen engen Spalt führt. Dort entlang geht´s in eine 120m lange Trockenpassage, gefolgt vom zweiten, wirklich interessanten Siphon. Der Aufwand, dorthin zu gelangen, war uns dann aber doch zu groß, sodass wir den Rückweg antraten.
Bis zur Heimreise am Abend blieb noch etwas Zeit für ein paar Erledigungen wie das heimische Weinregal etwas aufzustocken;-)
Mittag´s zurück am Campground mußte langsam der T4 mit allem Kram beladen werden. Das dauerte gut 3h. Danach hauten wir uns noch 2h auf´s Ohr, bevor der 1700km weite Heimweg angetreten wurde, für den wir gut 14h benötigen sollten.
Alles in allem ein toller Trip, der schon bei der Abreise die Sehnsucht nach einer Rückkehr weckte.

„Heute ist nicht alle Tage! Ich komm wieder, keine Frage…“ (Pink Panther)

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