Ein Vorstoß in unbekannte Tiefen

Ein Vorstoß in unbekannte Tiefen

PATD: Bernd Aspacher, Ralf Haslinger, Heinz Knauseder, Ralph Wilhelm

Bilder: Bernd Aspacher, Ralph Wilhelm
Das Objekt der Begierde: Crveno Jezero

Nahe der Stadt Imotzki (Kroatien) befindet sich die größte wassererfüllte Einbruchstelle der Welt: „Crveno Jezero“ – der Rote See. Der Geologe Alfred Bögli schrieb in seinem Standardwerk ‘Zauber der Höhlen’: „Die schönsten und grössten Einsturzdolinen der Welt liegen bei Imotzki, … Eine von ihnen , ein wahres Weltwunder, ist 500 Meter tief. Am Fuss ihrer 200 Meter hohen roten Wände liegt der 300 Meter tiefe rote See – kreisrund und leuchtend blau, wie ein versunkenes Stück Himmel“. Mit einem Seedurchmesser von 220 Meter und einem Dolinenranddurchmesser von 450 Meter läßt der rote See alle ähnlichen Karstphänomene verblassen. So würde man z.B. die Wassermenge von Dean’s Blue Hole (Bahamas), welches als das weltweit größte Blue Hole gilt, siebenmal benötigen, um diesen See zu füllen und weitere 15 mal, um den luftgefüllten Raum des Crveno Jezero abzudecken. Der Wasserspiegel des Sees kann um 50 Meter steigen, was auf eine jahreszeitlich bedingte Quellschüttung von 100 Millionen Litern pro Tag schließen läßt.
Der Crveno Jezero ist trotz seiner geologischen Bedeutung ein relativ unbekanntes Phänomen; aber diese wenigen Informationen machten uns besonders neugierig: viele Jahre versuchte er, Informationen über die genaue Lage des Roten Sees zu bekommen und schließlich gelang es ihm und seinem Tauchpartner Jens Hilbert den Kontakt zu dem kroatischen Speleologen Prof. Garacic herzustellen, der an der Universität Zagreb den Lehrstuhl für Geologie leitet. Garacic ist ein profunder Kenner des mediterranen Karstes und erforscht seit seiner Jugend die Karstregion seines Landes. Schon oft in seinem Leben stand er am Kraterrand des Crveno Jezero, doch die zur Erforschung notwendige Logistik wurde für ihn immer wieder zur Achillesverse. 26 Jahre lang gelang es ihm nicht, eine Expedition zur Erforschung des Dolinensees auf die Beine zu stellen. Dabei bestand seine Intension nicht nur darin, die größte Einsturzdoline der Welt zu erforschen, sondern vor allem Trinkwasser für die Bewohner der kroatischen Küstenregion zu finden. Gemeinsam mit Prof. Garacic entschlossen sich mit Behrend und Hilbert, diese Herausforderung anzunehmen; eines jedoch ist allen sofort klar: ohne ein großes und gut organisiertes Team von Spezialisten werden sie die Aufgabe kaum bewältigen können.
Thomas Behrend war von nun an für die Kontakte und die Planung zuständig und Jens Hilbert für den Bau einer Deko-Anlage. Das Kernteam wurde um drei Mann erhöht: Ralf Haslinger, Höhlenforscher, Tieftaucher und Experte für Seiltechnik war verantwortlich für den Bau einer Seilbahn und den Klettersteig; Bernd Aspacher, tek-Diver und Dekompressionsspezialist, betreute die Tauchsicherheit und Lutz Hock als Tauchmediziner sollte die Notfallmedizin betreuen. Ullrich Pfeffer, Heinz Knauseder, Nikole Kube, Wolfgang Suchy, Richard Hell, Thomas Löschmann und Ralph Wilhelm unterstützten diese Aufgaben. Weitere 20 Personen ergänzten das Team hervorragend in Bereichen der Technik, Biologie, Geologie.
Vorbereitung ist Alles

Im August 1997 kam es erstmals zu einem Treffen am Roten See, im Februar 1998 erfolgte die Erstbetauchung auf 70 Meter Tiefe; hierbei wurden riesige Fischschwärme entdeckt und die besondere Klarheit des Wasser bestätigt. Ferner wurde der Kraterrand und der Kratersee von Bernd Aspacher, Thomas Czepitschka und Ulrich Maier mittels Theodolit genau vermessen, und Tiefenlotungen mit einem Lowrance Sonar (ein phantastisches Gerät!) durchgeführt: die maximale Tiefe betrug 270 Meter. Seiltechniker legten die Route des Abstieges fest und führten Probebohrungen und Terrainsondierungen für die Verankerungen des Klettersteiges durch.
Das Training des Tauchteams fand am Thuner See statt, da man hier vom Ufer aus jenseits der 100 Meter tauchen kann. Dort verbrachte das Team mehrere Wochenenden und führte Tauchgänge mit zunehmender Tiefe durch. Ziel war es, die Ausrüstung für extreme Tiefen zu optimieren, neue Ausrüstung wie ForceFin oder die CheckUp-Handschuhe der Deutschen Unterwasser AG auszuprobieren, wobei das Gasmanagement (wieviel Flaschen, was kommt an den Mann, was bleibt am Abstiegsseil, …), die Wärmeisolation (wieviel Unterzieher in welchem Anzug, elektrische oder chemische Heizung, …) und das Einhalten der exakten Zeitpläne im Vordergrund standen. Die Kälte des Sees legte dabei einen harten Maßstab an, brachte aber auch viele Erkenntnisse, was wo noch zu optimieren ist.
Ein Ergebnis dieser Vorbereitungen war ein Satz klarer Sicherheitsregeln, der festlegte, wie in Kroatien getaucht werden sollte. Tauchteams, Dekompressionsregeln, Oberflächenpausen, maximale Tiefen, Erfahrungslevels, Abbruchregeln, minimale Ausrüstung, Sperrungen, Tabellen und Gasmischverfahren wurden von vorne herein festgelegt und jeder Teilnehmer akzeptierte vertraglich, daß er sich an diese Regeln hält – und es war schön mit anzusehen, wie sorgfältig sich die Taucher an diese Vorgaben hielten. Diese und weitere Sicherheitsregeln zum Klettern und zum Seilbahnbetrieb waren Garant für den sicheren Verlauf der Expedition.
Das technische Herzstück der Expedition war zweifelsohne die Seilbahn für den Materialtransport. Sollte diese vor Ort nicht funktionieren, ein Seil reißen oder nur eine einzige Schraube falsch berechnet sein, könnte es zum Desaster kommen. Mit diesem Wissen setzte sich Ralf Haslinger an die Konstruktion der Seilbahn. Mehrfach fuhr er mit einem Team aus Alpinisten, Ingenieuren und Seilspezialisten nach Kroatien, um den genauen Standort der Seilbahn zu vermessen und Festigkeitsproben des Gesteins vorzunehmen. Im Laufe der nächsten Monate wurde die Lage der Seilbahn am Dolinenrand sowie die Konstruktion immer wieder verändert, denn trotz Kontakten zu professionellen Seilbahnbauern kannte sich keiner mit den hier vorkommenden Problemen aus. Zur gleichen Zeit baute Bernd Aspacher ein beheizbares Dekompressionshabitat und es setzt sich ein weiteres Team unter Leitung von Heinz Knauseder an die Konstruktion einer Tauchplattform. Von ihr aus sollten die vielfältigen taucherischen Aufgaben bewältigt werden. Sämtliche Arbeiten wurden beim Teammitglied Ullrich Pfeffer, welcher eine Werkstatt in Geislingen besitzt, durchgeführt. Während die Plattform noch ihre erste Probe in einem heimischen Baggersee erfolgreich besteht, bleibt das Funktionieren der Seilbahn unbekannt, eine Generalprobe kann und wird es nicht geben. Alles scheint gut zu laufen, bis sich fünf Wochen vor Expeditionsbeginn das Blatt noch einmal wendet…
Als das Fax aus der Maschine läuft, trifft es uns alle wie ein Schlag. „Die von der Naturschutzbehörde erforderliche Erlaubnis für die Expedition kann innerhalb der nächsten 6 Wochen nicht erteilt werden“. Die Tragweite dieser Information ist gar nicht abzusehen: sollte es bei diesem Fakt bleiben, würde es wahrscheinlich das Ende der Expedition bedeuten oder ihre Durchführung zumindest sehr erschweren. Viele der Teilnehmer werden nicht an der Expedition teilnehmen können, denn 6 Wochen Urlaub lassen sich nun einmal nicht so ohne weiteres verschieben – das zusammengeschweißte Team droht zu zerbrechen. Eine Abordnung reist noch einmal nach Zagreb, um die Situation bei der Behörde selbst zu prüfen, aber die Entscheidung ist unumstößlich: die Expedition muß verschoben werden. Tatsächlich bedeutet die Verschiebung für viele Teammitglieder das Aus. Besonders hart betroffen sind davon Jens Hilbert, Ullrich Pfeffer und Heinz Knauseder, ohne deren Engagement die Expedition nie zustande gekommen wäre.
Der harte Alltag

Am 18. September 1998 geht es dann doch los: Mit einer um fast 30% reduzierten Mannschaft machen sich 3 Busse, 4 Kleintransporter und 2 LKW´s, sämtlich mit Anhängern ausgestattet, in Richtung Kroatien auf den Weg. Mehr als 30 Teilnehmer werden in den nächsten Wochen die Expedition begleiten und viele der Teilnehmer sehen den Crveno Jezero nun zum ersten Mal. Bilder und Filme konnten ihnen zwar einen ersten Eindruck von der Doline geben, aber jetzt sind alle voller Ehrfurcht vor der Größe und begreifen, worauf sie sich eingelassen haben.
Während sich das Seilbahnteam unter der Leitung von Thomas Löschmann an den Aufbau macht, kümmert sich das Team um Ralf Haslinger um den Einbau des Klettersteigs in den Felsen. Nur mit alpiner Technik ist ein Abstieg zum See möglich und für die letzten 30m, die vollständig überhängend sind, baut das Team sogar Aluminiumleitern in die Wand. In der ersten Woche entbrennt für das Team ein gnadenloser Kampf gegen die Zeit und Wetter. Immer wieder werfen gewaltige Regenfälle und Gewitterstürme den Terminplan durcheinander. Verzweifelt kämpft das Team gegen die Widrigkeiten an, kaum ein Teilnehmer wird nicht an seine Grenzen geführt. Jubelschreie und Erleichterung machen sich erst breit, als am siebten Expeditionstag die ersten Plattformteile in die Tiefe gleiten. Zwei Tage später steht die Plattform, und am Abend des 26. Septembers verzeichnen Expeditionsteilnehmer die ersten Tauchgänge in ihren Logbüchern.
Star-Trek-Syndrom: „to boldly go where no man has gone before“

Der Großteil der Tauchforschung liegt im Absuchen der Felswände auf vorhandene Höhleneingänge, gleichbedeutend mit Zu- oder Abflüssen. Den Teams werden Tiefenbereiche zugeteilt, die sie betauchen sollten – Bernd Aspacher erinnert sich:
„Hans und ich lassen uns schnell absinken, mit 4 Flaschen und viel Ausrüstung behängt. Unser Ziel ist der Tiefenbereich zwischen 60 und 80 Meter, direkt unter der roten Wand. Hans stoppt bei 65 Meter, ich gehe auf 75 Meter Tiefe, somit überblickt jeder einen Bereich von 10 Meter. Von oben dringt nur noch wenig Licht nach unten, ein zarter blauer Hauch. Die Wand hat unzählige kleine Absätze, nur wenige Quadratzentimeter groß – darauf hat sich weißes Kalksediment abgelagert, welches sich grell vom Dunkel der Wand abhebt; es sieht aus wie eine tief verschneite Landschaft. Die Stille ist phantastisch, der Geist dank Trimix völlig klar. Nach 5 Minuten wechseln wir die Tiefen; ich sehe Hans unter mir dahingleiten, das Licht seiner Lampe verliert sich in der Tiefe, die 200 Meter unter ihm aufklafft. Wie Adler auf der Jagd fliegen wir der Wand entlang, auf Beute lauernd – jedoch vergeblich. Dennoch ist es ein Tauchgang, der mir allein durch die Szenerie unvergeßlich bleiben wird. Nach 10 Minuten beginnen wir mit dem Aufstieg und die Dekompressionsphase beginnt – und wir sind exakt an der richtigen Stelle gelandet: auf der 15-Meter-Dekostufe entdecke ich einen Höhleneingang. Vorsichtig dringe ich ein und finde nach ca. 15 Metern einen zweiten Ausgang, der zurück in den Krater führt.
Kurz darauf kommen Stefan und Sebastian an dieser Stelle vorbei und finden einen weiterführenden Gang an der Decke meiner Höhle. Am nächsten Tag beginne ich mit Sebastian die Erstbetauchung des Ganges, welcher ein Kastenprofil 2 auf 2 Meter aufweist und dessen Grund wild zerklüftet ist. Wir sind nun wirklich an einer Stelle dieser Welt, die vor uns noch kein Mensch gesehen hat, jeder Meter ist spannend. Nach 20 Metern schwenkt der Gang nach oben und nach weiteren 20 Metern tauchen wir in einem kleinen Dom einer Trockenhöhle auf – und da soll noch einer sagen, es gäbe heutzutage nichts mehr zu entdecken“. Der Trockengang führt in eine Höhle, deren anderer Eingang sich 30 Meter weiter oben in der roten Wand befindet und die tief in den Berg eindringt, um auch dort wieder an einem kleine See zu enden, dessen Niveau jedoch rund 40 Meter unter dem Kraterwasserspiegel liegt.
Während das speleologische Tauchteam seine Erkundungstauchgänge immer weiter in die Tiefe fortsetzt, machen sich die Biologen an die Dokumentation der vorkommenden Pflanzen und Tiere. Sie nehmen Planktonproben, sammeln Fische und Lurche sowie Algen und Schwämme und andere Tiere. Schon bald stellt sich heraus, daß einige der hier vorkommenden Tiere endemisch sind. Ein Fisch gibt ihnen besondere Rätsel auf. Einheimische berichten, daß dieser Fisch auch in den periodischen Karstquellen im naheliegenden Tal zu finden ist. Wenn im Frühjahr aus den Quellen plötzlich Wasser austritt, kommt mit ihm auch dieser Fisch, und zwar als ausgewachsenes Exemplar. Ein sicherer Hinweis, daß es eine unterirdische Verbindung zwischen dem Höhlenwasser der Doline und den kleinen Quellen im Tal gibt.
Ein kleines Militärcamp in der Nähe des Roten Sees dient als Lager für die Gase: 80 Flaschen á 50 Liter, die uns von der Firma Messer Griesheim („Pure-Nitrox-Programm!“) zur Verfügung gestellt wurden, lagern dort, gefüllt mit Helium, Trimix, Sauerstoff und Argon. Auch der gewaltige Kompressor von Lenhard & Wagner steht dort: mit 400 Liter/min. pumpt er die bereits fertig gemischten Trimix-Gase in die Tauchgeräte – eine enorme Zeitersparnis für das Team. Thomas Behrend und Ralf Haslinger beginnen hier mit ihren Vorbereitungen für die extrem tiefen Tauchgänge jenseits von 100 Meter, wobei Trimix, Nitrox und Reinsauerstoff als Atemgase und Argon als Isolationsgas zum Einsatz kommen. Hier ein Auszug aus einem Expeditionstagebuch:
„Nachdem wir vorgestern einen Probetauchgang auf 125 Meter gemacht hatten, wird der heutige Tauchgang der erste aber auch der letzte wirklich tiefe sein. Trotzdem beschließen wir, nicht zuviel zu wagen und begrenzen die maximale Tiefe auf 180 Meter – hier wird das Ende der Grundleine sein, und bis hierher reichen unsere Tabellen. Sorgfältig setze ich die einzelnen Komponenten meiner Scubapro-Ausrüstung zusammen. Es folgen einige Minuten der mentalen Vorbereitung, dann geben Ralf und ich uns das O.K.- Zeichen. Mit etwa 25 m/min. sinken wir der Wand entlang in die Tiefe. Noch nie bei meinen Tauchgängen bin ich mir so klein vorgekommen, so gewaltig wirkt die Unterwasserkulisse auf mich. In 50 Meter Tiefe signalisiert mir Ralf, daß er Probleme mit dem Druckausgleich hat und ich alleine weiter abtauchen soll – dies stellt kein Problem dar, da wir beide oft Solo unterwegs sind.
Das Tageslicht begleitet mich immer tiefer in den Krater, und erst auf einer Tiefe von 145 Meter schalte ich meinen Hartenberger-Spot ein. Er hatte im Gegensatz zu anderen Scheinwerfern bereits mehrfach bewiesen, daß er den extremen Drücken standhält. Plötzlich ist die Wand vor mir verschwunden, ich schaue auf meinen Tiefenmesser: 169 Meter. Im Bruchteil von Sekunden realisiere ich: das muß ein Quellstollen sein! Doch wie gewaltig ist dieser! Ich schätze die Sicht auf ca. 30 Meter, aber weder links noch rechts noch unter mir ist ein Ende der Röhre zu erkennen. Noch einmal entleere ich meine Tarierweste und gleite weiter in die Tiefe. Doch kaum bin ich auf Geschwindigkeit, sehe ich unter mir das Ende der Leinenrolle und werde schmerzlich daran erinnert, daß wir den Tauchgang auf diese Tiefe limitierten. Verdammt, denke ich, heute wäre mehr drin gewesen. Aber wie heißt es so schön: „Plan your dive and dive your plan“, und so will auch ich es halten. Bei 181 Meter komme ich schließlich zum stoppen, aber vom der Grund des Quellstollens ist keine Spur erkennbar. Das akustische Signal meines Bottom-Timers ermahnt mich zur Umkehr, und ich beginne den Aufstieg. Völlig unerwartet treffe ich Ralf auf einer Tiefe von 140 Meter und gemeinsam beginnen wir den mehrstündigen Aufstieg.“
Um ganz sicher zu gehen, daß wirklich der Zufluß zur Höhle gefunden wurde, kommt jetzt der von der Firma Marlin-Tauchservice zur Verfügung gestellte ROV, ein ferngelenktes Kamera-U-Boot, zum Einsatz. Viele Tage wurde der Umgang mit dem Gerät trainiert, denn das Eindringen in einen Höhlengang birgt immer die Gefahr, daß sich das Gerät mit seinem Steuerseil verhäddert und dann verloren geht. Vorsichtig gleitet das ROV tiefer, immer tiefer in den Crveno Jezero. Die sedimentbedeckten Hänge gleiten durch das Bild des Kontrollmonitors, dann ist die Suchtiefe von ca. 170 Meter erreicht. Das ROV fährt jetzt horizontal auf gleichbleibender Tiefe, und tatsächlich erreicht es nach etwa fünfminütiger Fahrt eine vertikale Kante. Fast rechtwinklig bricht die Wand weg und gibt den Blick in die gähnende Leere frei. Nur ein kurzes Stück, vielleicht 10 bis 15 Meter, kann das ROV in die Quellhöhle eindringen, dann ist das 200 Meter lange Kabel am Ende. Während die Wände außerhalb des Stollens dick mit Sedimenten belegt sind, so sind die Wände des Quellstollens sedimentfrei. Als das ROV zum Stehen kommt, fliegen der Kamera kleine Sedimentpartikel entgegen; ein eindeutiges Zeichen für Strömung und für das Team der Beweis, einen Zubringer des Systems gefunden zu haben. Ein erster Schritt zur weiteren Erforschung des verborgenen Trinkwasser-Reservoirs ist getan.
Detaillierter Bericht in Bernd Aspachers „Enzyklopädie des Technischen Tauchens“.

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