Höhlentauchen in den Gebieten Ardéche, Herault und Lot/Dordogne (Mai/Juni 2001)

Höhlentauchen in den Gebieten Ardéche, Herault und Lot/Dordogne (Mai/Juni 2001)

Diese Tour mit zwei meiner besten Freunde ist schon etwas länger her und hatte es aufgrund der Länge (4 Wochen!) und des Programms, das geplant war, ganz schön in sich.
Wir hatten vor, neben der uns schon bekannten Lot/Dordogne – Region zwei weitere Gebiete Frankreichs kennenzulernen. Damit unsere Gase auch bis zum Ende reichten, wurde jede auffindbare Flasche befüllt und mitgenommen. Am Ende kamen 600kg an Equipment zusammen und alles sollte in meinen Passat hineinpassen! Und irgendwie ging´s dann auch;-)
Wir starteten gegen 7Uhr in der Frühe. Von Berlin bis in die Ardéche benötigten Sebastian Vogel und ich gut 12h. Dort trafen wir auf Ulrich Meyer, der einen alten Bauer – Kompressor organisiert hatte und uns die folgenden zwei Wochen begleiten wollte.
Am folgenden Tag machten wir uns auf die Suche nach der „Aven de Remejadou“. Bisher war uns nur die ungefähre Position bekannt neben der Tatsache, dass den Eingang ein 27m tiefer, senkrechter Schacht bildet. Nach gut 45 Minuten entdeckte Sebastian die Höhle. Der 1. Blick hinunter in den Schacht war ziemlich Respekt einflößend, aber kurze Zeit später besiegte die Neugier meine Furcht und wir holten (mit Ausnahme von Sebastian – zu anstrengend!) unser Tauchzeug heran, um es in den tiefen Schlund hinabzulassen. Die Höhle entschädigte dann auch für die vorangegangenen und noch folgenden Strapazen.
Unten angekommen, hatten wir die Wahl zwischen up- und downstream. Ich tauchte mit Ulrich zuerst upstream in den flacheren Teil des Systems. Die Sicht lag über 20m. Der Gang war hell und blieb auf den ersten 200m in 5 – 15m Tiefe. Da nur mit Doppel-7 bewaffnet,mußten wir dann auch leider schon umkehren.
Wieder am Eingang zurück, stiefelten wir noch kurz zur gegenüberliegenden Abtauchstelle, hinter der sich ein etwa 50m tiefer Schacht verbirgt. Wir sprangen hinein und ließen uns auf -25m hinab. Gleich beim Abtauchen bekam ich den Eindruck, in einer völlig anderen Höhle zu sein. Das Gestein war hier viel dunkler und ziemlich zerfressen. Von oben regnete es nach kurzem starke Sedimentwolken,ausgelöst durch meine Ausatemblasen. Der Schacht senkte sich tiefer hinab und ließ keinen Boden erkennen. Wir zogen es jedoch vor, umzukehren, da uns ja noch der anstrengende Wiederaufstieg im Schacht bevorstand.
Das Hochziehen des Equipments kam mir dann gar nicht so schwer vor. Muß wohl daran gelegen haben, daß ich als Einziger unten blieb, um das Zeugs einzuhängen;-) Aber eines war mir da schon klar: Um noch mehr von diesem fantastischen System sehen zu können, würde ich beim nächsten Mal auch mein Doppel-18 allein hochziehen. Ehrenwort!!
Abends auf dem Campground waren wir dann alle sichtlich angegriffen, so daß für den folgenden Tag etwas Entspannenderes auf dem Programm stand.
Die „Source de la Marnade“.
Der 200m lange Fußmarsch mit Doppel-12 bis an den kleinen Quellaustritt kam mir persönlich zum Kraftakt des Vortages lächerlich vor.
Den Zugang zum System bildet ein enger Spalt, den französische Höhlentaucher vor Jahren mit Hilfe von Dynamit schufen, da der natürliche Eingang (Felsöffnung rechter Hand) sehr beschwerlich ist und ausgedehntere Erforschungen fast unmöglich machte.
Nach wenigen Metern öffnet der Spalt in eine riesige Passage, die schnell auf -30m hinabführt und auf dieser Tiefe bleibt, bis man nach gut 350m eine Luftglocke erreicht, die wir jedoch nicht sahen, da uns ganz schnell die Grenzen eines Doppel-12ers aufgezeigt wurden. Unsere Stages konnten wir noch nicht benutzen, da sie für´s Mixen von Nitroxgemischen mit Sauerstoff befüllt waren.
Einen Tag später schauten wir in die „Font Vive“, die auf den ersten Blick glasklar aussah. Doch leider verschlechterte sich die Sicht drastisch, je tiefer wir eindrangen, da vermutlich wenige Tage zuvor Taucher drin gewesen waren und im hinteren Teil das Wasser anscheinend permanent steht, was das Fortspülen von Sediment unmöglich macht.
Den kommenden Tag nutzten wir dann, um uns einmal die wunderschöne Ardéche – Schlucht anzuschauen. Dazu konnten am Zeltplatz Kajaks gemietet werden. Der Entschluss, so zeitig wie möglich am Morgen zu starten, war goldrichtig, denn gegen Mittag sollte die Sonne noch erbarmungslos auf uns herniederscheinen! Zu dritt machten wir uns vorsichtig auf die ersten Kilometer, da nur Ulrich über genügend Wildwasser – Erfahrung verfügte. OK, ich übertreibe ein wenig. Der Fluss hatte zu diesem Zeitpunkt Niedrigwasser und so wurden die vor uns liegenden ca. 20km bis auf einige Stromschnellen sehr gemütlich;-)
Die uns gebotene Naturkulisse mit ihren teils über 100m hohen Felswänden war überwältigend und unvergesslich!
Gegen 15 Uhr kam das Ziel in Sicht. Etwa 300m davor fing es plötzlich höllisch an zu hageln mit teilweise Taubeneigroßen Hagelkörnern. Wir paddelten, um unsere nackte Haut zu retten. Am Sammelplatz warfen sich viele zum Schutz unter ihre Kajaks! Völlig durchnäßt mit einigen blauen Flecken ging´s kurze Zeit später per zeltplatzeigenem Shuttle zurück. Dort gönnten wir uns erst einmal ein wohlschmeckendes Essen, zubereitet auf unseren Campingkochern.
Da sich in der Nähe unseres Campgrounds am Ufer der Ardéche eine Höhle (Vanmalle) befindet, entschlossen Ulrich und ich uns, dort abends noch tauchen zu gehen. 200m Fußmarsch mit Doppel-7 und Nasstauchanzug sowie das Durchschwimmen des Flusses entlockten mehreren Kajaktouristen seltsam anmutende Gesichtszüge;-)
Das aus dem flachen Eingang herausfließende Wasser sah recht verheißungsvoll aus. Ich kroch als Erster hinein, um die Führungsleine zu verlegen. Beim Abtauchen sah alles noch ganz ansprechend aus. Etwas eng zwar, aber über 10m Sicht. Schnell verflog jedoch die Euphorie, denn dicke Sedimentwolken erhoben sich mit der kleinsten Bewegung vom Boden! Hinzu kam, daß keine vernünftige Befestigungsmöglichkeit für die Leine zu finden war. Ich zwängte mich trotzdem durch und kam nach 10m in einen ausgeleinten 2 x 3m großen Gang. Dort wartete ich 1 – 2 Minuten auf Ulrich, der jedoch nicht folgte. Was tun?
Da die Sicht im Eingang gen Null gegangen war und ich nicht beim Zurücktauchen mit meinem Tauchpartner frontal zusammenprallen wollte, entschied ich mich, kurz weiter in die Passage hineinzutauchen, damit sich das Sediment in der Zwischenzeit etwas legen konnte.
Nach 30m kam ein T´. Rechts führte die Leine steil hinauf in eine sichtbare Luftglocke. Ich bog links ab und tauchte weitere 30m später in einem halbtrockenen Gang auf, der 10m weiter einen Rechtsknick bildet und dadurch uneinsehbar wurde. Ich kehrte aber um, um mich zu vergewissern, daß mein Freund nicht irgendwo im Ausgang hängengeblieben war.
Dort angekommen, bot sich mir noch das gleiche Bild wie beim Verlassen.
Nix zu sehen! Ich mußte aber trotzdem jetzt hinaus, um bei meinen Freunden nicht Unruhe aufkommen zu lassen. Also Reel gepackt und langsam die Leine aufrollend hinein in den Spalt. Nach kurzem hing ich schon das erste Mal fest. Zwei Meter weiter dasselbe. So müssen sich Sardinen in einer Fischbüchse fühlen;-((. Da ich beide Hände benötigte, um mich vorwärtszuschieben, ließ ich das Reel fixiert zurück und tastete mich langsam an der Leine entlang, einige schlimme Gedanken im Hinterkopf mit mir führend (dummer Taucher in schlammiger Eingangsspalte verklemmt und jämmerlich ertrunken!)
Nach wenigen Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, wurde es sichtlich heller und geräumiger. Ich streckte den Kopf aus dem braunen Wasser und fand meinen Tauchpartner wohlbehalten, aber mit einem ähnlich schaurigen Gesichtsausdruck wie dem meinen, vor. Er war nach wenigen Minuten erfolgloser Wegsuche umgekehrt. Clever, der Lange;-)
Ich hoffe, diese Schilderung ist denjenigen, die vielleicht vorhatten dort zu tauchen Warnung genug, die Finger davon zu lassen. Bei der Anzahl an fantastischen Höhlen in der Gegend lohnt sich das Risiko absolut nicht!!!
Abgehakt und ab zur nächsten und für uns letzten Quelle in diesem Gebiet, der „Goul de Tannerie“.
Da die Höhle, welche mitten im Zentrum der malerischen Stadt Bourg St´ Andeol liegt, seit einem tödlichen Tauchunfall vor einigen Jahren offiziell gesperrt ist, wanderten wir erst für eine Genehmigung zum Rathaus. Dort fühlte sich niemand so recht dafür zuständig, aber nach einigen Telefonaten kam dann heraus, daß beim Betreten der Höhle im Grunde kein Ärger zu erwarten sei. Sollte allerdings etwas passieren, so übernähme die Stadt keine Kosten einer Bergung!
Also schnappten wir uns unser Gerödel und sprangen hinein. Da unsere Stages noch immer nicht verfügbar waren (ich brauch wohl noch ein paar mehr?!), kamen wir in dem meist flachen, selten tiefer als 6m werdenden Gang nur knapp 500m weit und mußten dann schweren Herzens umdrehen, ohne einen Blick auf den gut 200m weiter entfernt liegenden, tiefen Schacht werfen zu können. Es war aber allemal lohnenswert, denn die Sicht und das drumherum waren traumhaft!
Einen Tag später zogen wir in´s HERAULT um.

Die Fahrt dauerte nicht lang, da diese Gegend nur ca. 150km von der Ardéche entfernt ist. Wir entschieden uns, nahe der Stadt Ganges zu zelten, da viele Höhlen in ihrer Nähe liegen. Einen Campground zu finden, war dann gar nicht so einfach, da dieses Gebiet nicht sehr stark Touri-frequentiert ist. Der erste war gleich mal geschlossen, aber beim nächsten klappte es dann. Nachdem die Zelte aufgebaut waren, wollten wir noch ein wenig in der Gegend herumfahren, um einen ersten Eindruck zu bekommen, denn keiner von uns dreien kannte dieses Fleckchen.
Leider kamen wir zu dem Schluß, daß es hier wohl noch etwas anstrengender werden würde, was den Anmarsch zu den meisten Höhlen angeht. Entweder hast du sehr weite Strecken bis zu den Höhlen zu bewältigen oder die Eingänge sind flacher und länger als beispielsweise in der „Trou Madame“ im LOT. Es half alles nix. Irgendwie muß man ja in´s Wasser kommen.
Für den kommenden Tag hatten wir uns dann gleich eine der bekanntesten Höhlen ausgesucht, die „Gouneyras“.
Die Anfahrt gestaltete sich als sehr schwer und aufwendig! Von der Hauptstraße führt mehrere km ein sehr schmaler, unasphaltierter Weg hinunter in ein Tal, wobei man sich immer in Gegenwart einer ziemlich steil aussehenden, sofort neben dem Weg abfallenden Schräge befindet. Oi,oi,oi…
Irgendwann muß dann eine kleine Brücke überquert werden, deren letzte Bretter kurz or unserem Eintreffen von einem Belgier notdürftig mit Kabelbindern fixiert wurden! Einige hundert Meter weiter ist dann der leichte Teil getan. Es geht an´s Ausladen. Das Equipment muß nun einen steilen Schotterhang hinabgeschleppt werden. Zur Sicherheit hatten wir ein Seil entlang des Weges befestigt. Einige Meter hinter dem Hang folgt ein etwa 20m hoher Absatz, an dessen Fuße ein großer, wunderschön aussehender Quellteich liegt. Wie das Zeug da runterbekommen? Wir hatten 2 Alternativen:
1. Linker Hand über einen recht gefährlichen, abschüssigen Weg zu Fuß hinabsteigen (ein falscher Tritt und du landest 30m tiefer im Bachbett) oder
2. Eine Seilbahn bauen!
Wir entschieden uns für die zweite Möglichkeit.
Dazu wurde ein Seil von oben herab quer über den Teich gespannt. Darin klinkten wir einen Karabiner ein, der mit einem Zugseil bewegt werden konnte. Dann Flaschen einhängen und ab geht die Post. Ein paar Belgier, die ebenfalls dort tauchen wollten, staunten enicht schlecht, denn sie hatten ihre Doppel-18 Geräte zu Fuß hinuntergewuchtet!
Nachdem alles sicher unten angekommen war, stiegen wir oben in unsere Trockis und kletterten hinunter, um endlich in´s Wasser zu kommen. Die Sicht war nicht ganz optimal und lag bei etwa 15m. Zur Deko hängten wir Stages mit O2 auf 6m.
Dann begann der Abstieg. Es ging zügig im leicht abgeschrägten, aber fast senkrechten Schacht über wilde, zerklüftete Felsen hinab auf den Grund in 51m Tiefe. Der Gang war riesig und nicht überschaubar. Wir hielten uns nur kurze Zeit auf, um dann langsam den Wiederaufstieg zu beginnen. Will man mehr von der Höhle sehen, dann nur mit Trimix, was uns leider zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung stand. In etwa 30m Tiefe erblickte ich bereits den Ausgang. Es sah traumhaft aus! Nach 30min. waren wir zurück an der Oberfläche.
Mancher mag nun sagen, die Mühe lohne sich für das kurze Vergnügen nicht. Ich bin da aber anderer Meinung. Und wer die unglaubliche Naturkulisse dort schon mal live erleben durfte, wird mir sicherlich zustimmen.
Gut 200m Flußabwärts liegt die „Gouneyrou“, die wir uns zwei Tage später anschauten. Auch eine Wahnsinnshöhle mit einer unglaublichen Deckenplatte!
Aber am nächsten Tag ging es erst einmal zur „Sorgues“. Diese Quelle lag ein wenig entfernter von unserem eigentlichen Operationsgebiet. Das Quellwasser wird für eine der größten frz. Forellenzuchtanlagen benutzt. Bevor man tauchen gehen möchte, muß beim Besitzer unbedingt eine Anmeldung erfolgen, sonst könnte das ein allgemeines Tauchverbot nach sich ziehen!
Die Höhle ist dann eine eher seltene Ausnahme, was die Bequemlichkeit des Anmarsches angeht. Gut 100m zu Fuß und man steht am Eingang. Das Wasser im Pool sah recht klar aus. Beim Abtauchen mußte ich meine Prognose von klar in kristallklar abwandeln. Uns boten sich die mit Abstand besten Sichtverhältnisse, seit wir in Frankreich waren. Anfangs war die Höhle recht eng und verwinkelt, doch nach etwa 50m öffnete sich ein 5 x 8m großer Gang, dem wir in Tiefen zwischen 25 – 31m 200m weit über weißen, dünenbedeckten Boden folgten. Dann mündete er in einen vertikalen Spalt, dem nach meinen Erkenntnissen bis in eine Auftauchstelle gefolgt werden kann. Auf jeden Fall ein absolutes MUß für jeden, der mal in der Nähe ist.
Nächster Leckerbissen war dann eine Höhle, die nur Sidemount betaucht werden kann. „Event de Rodel“ heißt das gute Stück.
Der TG lief mal wieder ohne Sebastian ab, denn er besaß leider kein Sidemountharness und hatte auch keine große Lust, sein Tauchgerät gut 50m kriechend oder gebückt in die Höhle zu tragen. Die Sicht betrug locker 20m. Der Gang besteht aus einem horizontalen Spalt mit einer sehr glatten Decke, Geröll auf dem Boden und einer Maximaltiefe von 12m. Breite 4 – 6m; Höhe größtenteils maximal 80cm. Trotz der Enge gab es fast keine Sichteintrübung. Nach 145m versperrte uns eine Engstelle den Weiterweg. Direkt an der Leine entlang war absolut kein Durchkommen. Ich suchte daher nach einem besseren Durchschlupf und fand ihn dann auch einige Meter daneben. Es waren allerdings noch einige Minuten Geröllwegräumen´s nötig, bevor wir gefahrlos den Weg fortsetzen konnten. Dahinter setzte sich der Gang im selben Profil fort. Gut 100m weiter mußten wir dann umkehren. Das einzige Negativerlebnis war mein gefluteter Trocki. Aber nicht wirklich ein Problem bei der Kürze des Tg´s. Und draußen warteten ja auch schon schlappe 30°C im Schatten auf uns. Der Anzug war einen Tag später wieder einsatzbereit.
Nur ganz kurz zu unserm letzten TG vor der Weiterfahrt in´s LOT.
„Font de Pompignon“: enge Höhle mit ausgezeichneten Sichtverhältnissen; trübt aber in einigen Bereichen stark ein; max. Tiefe -19m,aber nur ganz kurz, sonst 6 – 8m; Klasse-TG!
Am Tage nach unserm letzten TG in der Pompignon trennte sich Ulrich von uns und trat die Heimreise nach München an, da sein Urlaub vorüber war.
Sebastian und ich packten unser Zeug zusammen und brachen zu unserem letzten Ziel, der Dordogne, auf.

Auf der Fahrt dahin wurde das Wetter, welches uns bis zu diesem Tage nie im Stich gelassen hatte, immer schlechter. Am Campground in St. Sulpice angekommen, gab´s gleich noch einen Dämpfer obendrauf. Der Platz war in Vorbereitung auf den frz. Unabhängigkeitstag fast komplett mit einem Rummel belegt worden. Also keine Chance, da ein Auge zuzubekommen. Frustriert zogen wir weiter auf der Suche nach einer anderen Möglichkeit, die sich dann nahe Brengues fand. Von der Fahrt und dem Drumherum ziemlich genervt entschlossen wir uns erst für den kommenden Tag, der „Emergence du Ressel“ einen Besuch abzustatten.
Gesagt getan. Gegen Mittag zogen wir los in der Hoffnung, etwas bessere Sichtbedingungen als im vergangenen Jahr (1 – 2m) vorzufinden.
Das Wasser der Céle floß recht langsam, so daß es kein Problem darstellte, an den Eingang zu gelangen. Wir tauchten mit EAN28 im Doppel-12 und einer 10 Liter Alustage mit EAN40. Kaum einen Meter abgetaucht, war schon sehr klar der Eingang zu erkennen. In der Höhle schätzte ich die Sicht dann auf 18 – 20m. Es ging in Richtung Schacht, wobei erst ein Drittel der Stage abgeatmet wurde. Diese legten wir dann bei 320m ab und schwammen weiter bis in den Schacht. Sebastian, der das noch nicht gesehen hatte, war deutlich seine Begeisterung anzumerken. Wir hielten uns kurze Zeit am Grund auf und kehrten dann zu den Stages zurück. Der Rest bis zum Ausgang wurde dann wieder aus der Stage geatmet. Leider ist das, was man sich ohne Trimix anschauen kann, der kleinere Teil des Systems, so daß wir uns nach 3 weiteren TG eingestehen mußten, so ziemlich jeden Stein gesehen zu haben und uns mit dem zur Zeit tauchenden Equipment unsere Grenzen aufgezeigt wurden. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Einige Tage später ging´s zur „Trou Madame“. Der Wasserstand war leider nicht hoch genug, um bequem im Eingang abzutauchen. Also schleppten wir erst eine Stage hinein, zogen uns vor´m Eingang um und krochen dann auf allen Vieren mit Gerät durch die Engstelle. Was ein Heidenspaß!!
Da vor uns ein paar Engländer zwecks Ausbildung drin gewesen waren, gab das Wasser auf den ersten 400m nicht mehr als 8 – 9m Sicht frei. Unser Ziel war, hinter den 6. Siphon 1100m vom Ausgang zu gelangen.
Die Stages wurden mit 2 Dritteln Rest bei 550m abgelegt. Nach gut 40 min. Flösseln gelangten wir an den 6. Siphon und tauchten weiter. Von nun an änderte sich das Bild der Höhle vollkommen. Wenn wir vorher fast die gesamte Distanz in 2 – 4m Tiefe zugebracht hatten, so ging es jetzt schnell auf -14m hinab, um danach ständig aufzusteigen oder abzufallen. Wir schwammen an großen Felsplatten vorbei und passierten mehrere engere Stellen. Was ich als recht störend empfand, war die Leinenführung. Meist lagen mindestens 3 Leinen lose neben- und übereinander kreuz und quer im Gang und mußten an einigen Stellen sogar untertaucht werden. Man stelle sich einen Ausfall des Hauptlichts vor und tauche nur mit Backuplight an so einem Mist zurück. Na viel Spaß! Kurz vor der Auftauchstelle traten wir dann den Rückweg an. Nach 95 Minuten zurück am Ausgang schwor ich mir für´s nächste Mal, nicht mehr ohne Scooter in diese Höhle zu gehen.
Nach diesen Strapazen gönnten wir uns einen Tag Erholung. Das Wetter war mittlerweile auch wieder fantastisch.
Nächstes Ziel war die „Landenouze“.
Leider hatte sie Tiefstwasserstand, so daß wir unsere Geräte 4m tief abseilen mußten. Die Sicht lag bei 10 – 15m. Wir überwanden den aufwärtsführenden Schacht bei 300m und folgten dem Gang weitere 100m, bevor langsam der Rückweg angetreten werden mußte. Ziemlich irres Gangprofil! Das Tauchzeug danach aus dem Eingangsbecken zu ziehen, war wieder eine Aktion für sich. Ich spare mir die Einzelheiten.
In den letzten Tagen unseres Aufenthalts besuchten wir dann noch zwei weitere Höhlen. Zum Einen die „Font du Truffe“, die leider einen zu niedrigen, aber glasklaren Wasserstand hatte, um relaxt weiter als bis zum Ende von S2 zu kommen.
Zum Anderen die „Combe Negre“, eine mir bis dato völlig unbekannte Höhle. Die war dann aber ziemlich Klasse. Sehr eng zwar auf den ersten 200m mit mehreren Auftauchstellen (max. Doppel-7, will man entspannt tauchen), aber wunderschön; max. 8m tief und wenig Sichteintrübung. Ein Geheimtipp!!
Nach dem letzten Tauchgang in der Font du Truffe war Sebastian mit Sicherheit genauso froh wie ich, endlich wieder nach Hause zu kommen und in einem richtigen Bett schlafen zu können, denn 4 Wochen Zelten mit fast täglichen immensen Anstrengungen bei meist 25 – 30°C im Schatten gehen sehr an die Substanz! Davor lagen aber nochmal 16h Autobahn, die wir mit einer Übernachtung im JURA erträglicher gestalteten.
PS: Entschuldigt die teilweise schlechten Aufnahmen, aber 2001 besaß ich leider noch keine Digitalkamera;-)

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